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Grammarly Expert Review KI-Funktion führt zu Sammelklage wegen Namensrechtsverletzung
Die Grammarly Expert Review Funktion nutzte ohne Zustimmung Namen bekannter Autoren und Journalisten für KI-generierte Schreibberatung. Superhuman hat die Funktion nach öffentlicher Kritik eingestellt.
Die Investigativjournalistin Julia Angwin führt die Klage an, die Schadensersatz von über 5 Millionen Dollar fordert. Superhuman hat die umstrittene Funktion bereits am Mittwoch nach erheblicher öffentlicher Kritik eingestellt.
Funktionsweise der umstrittenen KI-Funktion
Die Expert Review Funktion von Grammarly bot Nutzern virtuelle Editoren an, die auf den Schreibstilen bekannter Persönlichkeiten basierten. Das System nutzte ein Large Language Model, um Feedback zu generieren, das angeblich von Autoren wie Stephen King oder Wissenschaftlern wie Neil deGrasse Tyson stammte.
Obwohl ein Disclaimer klarstellte, dass die genannten Personen nicht direkt an der Entwicklung beteiligt waren, empfanden viele Betroffene die Nutzung ihrer Namen und ihres Schreibstils als problematisch. Angwin berichtet von qualitativ minderwertigen Vorschlägen, die einfache Sätze unnötig verkomplizierte und irrelevante Themen vorschlug.
Rechtliche Grundlage der Sammelklage
Peter Romer-Friedman, Angwins Anwalt, verweist auf etablierte Gesetze in New York und Kalifornien, die die kommerzielle Nutzung von Namen und Persönlichkeitsrechten ohne Erlaubnis verbieten. Die Klage argumentiert, dass Superhuman unrechtmäßig mit den Namen und Identitäten von hunderten Journalisten, Autoren und Redakteuren Profit gemacht hat.
Die rechtliche Position erscheint klar: Unternehmen dürfen Persönlichkeitsrechte nicht ohne Zustimmung für kommerzielle Zwecke verwenden. Dies betrifft sowohl prominente als auch weniger bekannte Fachleute, deren jahrzehntelange Expertise ohne Erlaubnis appropriiert wurde.
Reaktion und Einstellung der Funktion
Superhuman reagierte schnell auf die Kritik. Ailian Gan, Produktdirektorin bei Superhuman, kündigte die Einstellung der Expert Review Funktion an. Das Unternehmen plant eine Neugestaltung, die Experten "echte Kontrolle" darüber geben soll, wie sie repräsentiert werden.
CEO Shishir Mehrotra räumte auf LinkedIn ein, dass das Unternehmen "das Ziel verfehlt" habe. Die ursprüngliche Absicht war, Nutzern Zugang zu Expertenwissen zu verschaffen und Experten neue Wege zur Wissensvermittlung zu bieten.
Auswirkungen für KI-Anbieter und Unternehmen
Dieser Fall verdeutlicht die rechtlichen Risiken bei der Verwendung von Persönlichkeitsrechten in KI-Systemen. Für europäische Unternehmen sind die Implikationen besonders relevant, da die DSGVO und nationale Gesetze strenge Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Daten stellen.
KI-Anbieter müssen sicherstellen, dass ihre Trainingsdaten und Ausgaben keine Persönlichkeitsrechte verletzen. Die Grammarly Expert Review Sammelklage könnte Präzedenzcharakter für ähnliche Fälle haben, bei denen KI-Systeme ohne Zustimmung Persönlichkeiten nachahmen.
Die schnelle Reaktion von Superhuman zeigt, dass Unternehmen bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen mit erheblichen rechtlichen und Reputationsrisiken rechnen müssen. Diese Informationen stammen aus einem Bericht von Wired.
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